Ultrahybride Lehre

Sun, Dec 07, 25

Lehre fit für die Zukunft machen

Seit 2014 bietet das Team des inno.space für Studierende der Technischen Hochschule Mannheim internationale und interdisziplinäre Challenge-basierte Kurse an. In diesen ist hybride Teamarbeit und Lehre für die Studierenden und Lehrenden (Coaches) elementarer Bestandteil. Mit Partner-Hochschulen aus dem SUGAR Network for Design Innovation und dem Design Factory Global Network wurden drei Kursformate, mit Aufgabenstellungen externer Partner aus Wirtschaft und Gesellschaft, mit je 5, 10 und 20 ECTS aufgebaut. Die Studierenden arbeiten in (inter-)nationalen und interdisziplinären Teams über mehrere Standorte verteilt. Gefördert durch das Projekt SHELLS haben wir Erfahrungen systematisiert und in einer Best-Practice Sammlung konsolidiert. Getrieben von einem Studierendenzentrierten Ansatz gehen wir von verschiedenen „Teilnahmemodalitäten“ der Studierenden aus. In Abhängigkeit von diesen Modalitäten und der Lernaktivität ergeben sich Best-Practices zum technischen Setup an der HS und bei den Teilnehmenden bzw. deren individuellen Arbeitsrechnern. In allen Kursen sind Studierenden und Coaches über mindestens zwei Standorte verteilt. So ergeben sich für einzelne Teilnehmenden in einer hybriden Lernumgebung folgende Gegebenheiten:

  1. Mehrere Studierenden/Coaches sind vor Ort am Videokonferenzsystem des inno.space
  2. Mehrere Studierenden/Coaches sind vor Ort am Videokonferenzsystem der Partner-HS
  3. Einzelne Studierenden am eigenen Gerät außerhalb der HS

Für viele Lernaktivitäten sind alle drei Modalitäten gegeben; das bezeichnen wir als „ultrahybrid“. Damit verschiedene Lernaktivitäten der Kurse (u.a. Warm-ups, Gruppencoaching, Methodenvermittlung, Teamarbeit) in diesem komplexen Setting zu positiven Lernerfahrungen führen und die technologischen Hürden minimiert werden können, haben wir in Abhängigkeit von den Lernaktivitäten Empfehlungen für das Setup der Technologie und der Raumgestaltung erarbeitet. Diese ermöglichen es Theorievermittlung und Coaching sowie studentische Teamarbeit bestmöglich über verschiedene Standorte gelingen zu lassen.

Grundstruktur

„Ultrahybrid“ bezeichnet ein Lehrkonzept, das über die übliche Mischung aus Präsenz- und Onlineunterricht hinausgeht und mehrere Lernformate, Modalitäten und Methoden didaktisch miteinander verknüpft. Es kombiniert drei Teilnahmemodalitäten mit fünf Lernaktivitäten, die bewusst aufeinander abgestimmt sind, um ein aktives und inklusives Lernerlebnis zu ermöglichen – unabhängig vom Aufenthaltsort der Lernenden.


Warm Up

Das Warm-Up hilft beim sozialen und kognitiven Ankommen. Über einfache, aktivierende Aufgaben werden alle Beteiligten eingebunden. Diese können zum Beispiel durch Pen & Paper oder durch Bewegungsspiele umgesetzt werden.


Input Phase

In der Input Phase wird Theorie vermittelt, kommende Projektschritte kommuniziert und Ankündigungen gemacht. Wichtig is, Remote-Teilnehmenden Sichtbarkeit zu verschaffen und sicher zu gehen, dass Dozenten für alle Teilnehmer sichtbar und verständlich sind.


Coaching

Im Coaching geht es darum, Teamdynamik zu fördern und Projektfortschritte zu identifizieren. Wie auch in der Input-Phase ist auf die Sichtbarkeit und Einbindung von Remote-Teilnehmern zu achten.


Teamwork

Das ultrahybride Teamwork dient dem Identifizieren interkultureller Problemlösungen in einem Umfeld, in dem durch verschiedenste Teilnehmer die Disziplinvielfalt erhöht ist. Neben lokalen Tools, Materialien und Räumlichkeiten für Teamwork ist zu gewährleisten, dass Remoteteilnehmende sichtbar sind und Einsicht in die Arbeit vor Ort erhalten.


Technik, Raum, Mindset

Wichtig für die Ultrahybride Zusammenarbeit ist, dass die Räumlichkeiten vor Ort hierfür ausgelegt sind. Dies bedeutet eine möglichst willkommenheißende Atmosphäre, ein physischer Raum pro Team und mindestens zwei Displays, sodass auf einem dieser die Remote-Teilnehmer sichtbar sein können.


Abschlusspräsentation

Besonders bei Abschlusspräsentationen ist darauf zu achten, dass das Setup Remote-Teilnehmer und Menschen vor Ort möglichst gleich einbindet und über alle Orte hinweg gleiche technische Gegebenheiten schafft.